Sunnyi Melles

Sprecherin/Melodram/Rezitation

Schweizerin, als Tochter ungarischer Eltern (Carl Melles, Dirigent, Judith Rohonczy-Melles, Schauspielerin) in Luxembourg geboren

Bereits im Alter von 10 Jahren spielte sie am Stadttheater Basel, wo sie u. a. in Karl Kraus’ »Die letzten Tage der Menschheit« sowie als singende Waldelfe in Verdis »Falstaff« auftrat. Im Alter von 14 Jahren erhielt sie ihre erste internationale Filmrolle in »Der Steppenwolf« an der Seite von Max von Sydow. Ihre Schauspiel-Ausbildung absolvierte sie an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Noch während der Ausbildung wurde sie Ensemblemitglied am Theater der Münchner Kammerspiele. Dort trat sie u. a. in Goethes »Faust« (Gretchen), Shakespeares »Troilus und Cressida« (Cressida), Lessings »Emilia Galotti« (Emilia) sowie Schillers »Don Carlos« (Königin Elisabeth) auf. Am Bayerischen Staatsschauspiel spielte Sunnyi Melles u. a. in Yasmina Rezas »Der Gott des Gemetzels« (Annette) und  Shakespeares »Maß für Maß« (Isabelle). Am Schauspielhaus Zürich verkörperte sie in Thomas Bernhards »Immanuel Kant« die Millionärin.

Weitere bedeutende Engagements hatte sie bei den Salzburger Festspielen: Hofmannsthal: »Jedermann« (Buhlschaft), Racine »Phädra« (Phädra), Mozart: Bäsle-Briefe), wie im Burgtheater Wien u. a. Shakespeare: »Othello« (Desdemona), Bernhard: »Der Ignorant und der Wahnsinnige« (Königin der Nacht).

Darüber hinaus ist Sunnyi Melles häufig im Film zu sehen, u. a.:

»38, auch das war Wien« (Österreichische Oscarnominierung), »Giulias Verschwinden« (Publikumspreis Filmfestival Locarno), »Paradies«, »Die Erfindung der Liebe«, »Unter Strom«, »Zettl«, »Vermessung der Welt«, Animationsfilm: Hayao Miyazaki »Das wandelnde Schloss« (Stimme: Sophie), »Cinéma, les pianos de Berlin« (mit Alain Delon), »Maigret« (mit Bruno Cremer), »Der Bulle von Tölz«, »Tatort«.

Uli Edel »Das Adlon« (3teilige Familiensaga, 2013), Kathrine Windfeld »The Team« (8teilige TV-Serie, 2014), David Schalko »Altes Geld« (8teilige TV-Serie, 2015).

Sunnyi Melles erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u. a. Schauspielerin des Jahres (Theater Heute), sowie beste Schauspielerin, den österreichischen Nestroy-Preis. Nach Gustaf Gründgens und Martin Benrath ist sie Trägerin der Satyr-Knöpfe von Goethes Rock, Auszeichnung für die bedeutendste Schauspielerin ihrer Zeit.

Trägerin des Bayerischen Verdienstordens.

Sunnyi Melles ist Mitglied der Deutschen und Österreichischen Filmakademie, sowie der Akademie der Schönen Künste in München.

Ballet: In einer Produktion von Sergej Prokofjews »Romeo und Julia« am Bayerischen Staatsballett München tanzte Sunnyi Melles die Rolle der Lady Capulet (40. Jahrestag der Premiere von John Crankos Choreographie).

Sprechpartien in musikalischen Werken

Sunnyi Melles rezitiert regelmäßig in musikalischem Kontext, u. a. am Prinzregententheater München; Wiener Musikverein, Konzerthaus Wien, Arnold Schönberg Center Wien, Schloss Grafenegg,  MuTh-Konzertsaal der Wiener Sängerknaben.

Francis Poulenc: »Babar, der kleine Elefant«

Sergej Prokofjew: »Peter und der Wolf«

Camille Saint-Saëns: »Karneval der Tiere« 

Tristan Schulze: Uraufführung »Pauls Reise« (auch als CD und Buch)

Im Oktober 2012 trat Sunnyi Melles im Konzerthaus, Dortmund / Philharmonie, Essen / Philharmonie, Köln in Edvard Griegs »Peer Gynt« (Stimme aller anderer Gestalten in Peers Leben) auf; musikalische Leitung: Marc Minkowski, Mahler Chamber Orchestra und Estnischer Philharmonischer Kammerchor.

Im Juni 2013 interpretierte sie im Konzerthaus Wien den Sprecher in Arnold Schönbergs »Gurre-Lieder«; musikalische Leitung: Kent Nagano, Wiener Symphoniker

Im Februar 2014 interpretierte Sunnyi Melles an der Opéra Nice Arnold Schönbergs »A Survivor from Warsaw« und »Verklärte Nacht« (Dehmel-Gedicht); musikalische Leitung: Philippe Auguin.

Im April 2014 sprach sie am Gewandhaus Leipzig »Le Martyre de Saint Sébastien« von Claude Debussy; musikalische Leitung: James Gaffigan, MDR Sinfonieorchester MDR Rundfunkchor.

Im September 2014 trat Sunnyi Melles an der Dutch National Opera Amsterdam in der szenischen Erstaufführung von Arnold Schönbergs »Gurre-Lieder« auf. Regie führte Pierre Audi, musikalische Leitung: Marc Albrecht.

Im April 2015 interpretierte sie an der Opéra Nice die »Ode to Napoleon Buonaparte« von Arnold Schönberg; musikalische Leitung: Philippe Auguin.

Im Februar 2016 feierte Sunnyi Melles im Konzerthaus Wien mit Edvard Griegs »Peer Gynt« (Stimme aller anderer Gestalten in Peers Leben) unter der musikalischen Leitung: von Marc Minkowski am Pult der Wiener Symphoniker einen großen Erfolg.

Es folgte im Juni 2016 bei den Wiener Festwochen mit dem Klangforum Wien die »Ode to Napoleon Buonaparte« von Arnold Schönberg, welche sie im Herbst 2016 auch beim Beethovenfest Bonn interpretierte und erneut Edvard Griegs »Peer Gynt« (an der Seite von Cornelius Obonya) an der Oper Graz.

Zu ihren Plänen zählt u.a. ein Rezitations-Konzert mit Werken von Iannis Xenakis und Texten von Euripides am Opernhaus Zürich mit dem Ensemble Opera Nova.

Im Oktober–November 2017 wird Sunnyi Melles bei der Wiederaufnahme der szenischen Erstaufführung von Arnold Schönbergs »Gurre-Lieder« an der Dutch National Opera Amsterdam mitwirken; Regie: Pierre Audi, musikalische Leitung: Marc Albrecht.

Kontakt:
Mag. Kurt-Walther Schober


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